Kairo steht für pulsierendes Leben: Eine ständige Geräuschkulisse, unzählige Sehenswürdigkeiten und Geschichte fast an jeder Ecke. Hier treffen moderne Einkaufszentren auf traditionelle Souks.
Zahlreiche Moscheen und die Zitadelle lohnen einen Besuch genauso wie das Ägyptische Museum. In unmittelbarer Umgebung befinden sich die weltberühmten Pyramiden und die Sphinx.
Kairo - Schmelztiegel der Emotionen
Ägyptisches Museum
Das Museum am Tahrir-Platz ist die schönste «Rumpelkammer» der Welt: Goldene Kostbarkeiten, pharaonische Kunstgegenstände und nicht zu vergessen, die Schätze aus der Grabkammer des Tutanchamun. Für die etwa 120'000 Exponate ist das Museum mittlerweile entschieden zu klein. Als Besucher wird man von all den vielen Zeugnissen altägyptischer Kultur geradezu übermannt. Es ist daher ratsam, sich auf einige wesentliche Bereiche zu beschränken. Wenn man sich bei der Betrachtung des Tutanchamun-Schatzes beispielsweise vor Augen hält, dass dieser ein vergleichsweise unbedeutender Pharao war, erahnt man in etwa, welche Macht die Pharaonen über Tausende von Jahren verkörperten. Trotz etwas höheren Eintrittskosten lohnt sich auch ein Abstecher in das Mumienkabinett. Hier ist man dann sozusagen Auge in Auge mit göttergleichen Herrschern.
Koptisches Viertel
Die Ursprünge Kairos liegen im Koptischen Viertel. Im Jahre 641 n. Chr. wurde die damalige Siedlung Babylon von Amr ibn al-As, dem Feldherrn des Kalifen Omar, erobert. Aus dem etwas nördlich gelegenen Feldlager der Eroberer entwickelte sich die Hauptstadt des Landes. Besonders erwähnenswert ist «die hängende Kirche» Al-Moallaqua. Sie bekam diesen Namen, weil sie auf dem Südportal der römischen Festung Babylon erbaut wurde. Einzigartig ist auch die Ikonen-Sammlung. Die St. Sergius Kirche ist die älteste Kirche Kairos. Mit den drei Schiffen, einem erhöhten Querschiff, das aber von aussen nicht sichtbar ist, gilt sie als Beispiel für den Baustil einer frühchristlichen Basilika. Der Legende nach soll sich die heilige Familie auf ihrer Flucht in einer Krypta unter der Kirche versteckt haben.
Basar Khan el-Khalili
Faszinierend ist ein Bummel durch den Khan El-Khalili, dem grössten Basar des Mittleren Osten. Ein Sammelsurium aus Geräuschen, Gerüchen und Farben. Das Angebot ist unerschöpflich und reicht von pharaonischen Souvenirs wie kleinen Statuen, glückbringenden Amuletten oder Papyrus mit Darstellungen aus dem alten Ägypten bis hin zu Wasserpfeifen, Schachspielen aus Alabasta, Gold- und Silberschmuck sowie Gewürzen und Kleidung.
Zitadelle und Alabastermoschee
Die Zitadelle wurde im Auftrag von Saladin im 12. Jh. nach dem Vorbild der Kreuzritterburgen im Heiligen Land errichtet. Im Jahr 1823 teilweise zerstört, wurde sie von Mohammed Ali wieder aufgebaut und vergrössert. Die zentrale Moschee ist die Mohammed-Ali-Moschee, auch Alabastermoschee genannt. Der Uhrturm im Moscheenhof, das mit barocken Blumenmotiven verzierte Brunnenhaus und die vergoldeten Sonnen im Inneren des Gebetsraums zeugen vom französischen Vorbild.
Sultan-Hassan-Moschee
Der festungsartige Bau entstand im 14. Jh. und besass mit 81,6 m Höhe lange Zeit das höchste Minarett der Stadt. Der Imam, der Vorbeter, benützt hier den ältesten Koranständer Ägyptens, eine Meisterarbeit aus Tannenholz mit Einlagen aus Ebenholz und Elfenbein.
Pyramiden von Gizeh und der Sphinx
Am Westrand von Gizeh thronen die drei grossen Pyramiden, Wahrzeichen des alten Ägyptens. Die Pyramiden wurden exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, oft nur mit winzigsten Abweichungen. Die Cheops-Pyramide ist mit 137 m die höchste. Dieses Grabmal wurde im Zeitraum von ca. 30 Jahren erbaut. Die Chephren- und Mykerinos-Pyramide wurden nach der Cheops-Pyramide erbaut. Auch dort wurden lediglich leere Sarkophage gefunden. Die Sphinx, ein Löwe mit Menschenkopf, hütete als Wächter den Eingang zum Totenreich. Das rätselhafte Lächeln der Sphinx zieht noch heute den Besucher in seinen Bann.
Verpflegung und Unterhaltung
In Kairo steht das Leben nie still, auch was die kulinarischen Genüsse anbelangt. Sogenannte Caféterien (Baladi Bars) und winzige Garküchen stehen in direkter Nachbarschaft zu Gourmet Tempeln und angesagten Clubs. Das Nobelviertel Zamalek auf der Gezirah-Insel ist der Stadtteil, der den europäischen Lebensstil auch in Bezug auf Küche und Keller am besten widerspiegelt.
Mezze und Baladi
Dank seiner Lage zwischen Mittelmeer und Mittlerem Orient weist die ägyptische Küche eine Vielzahl von interessanten Speisen auf. Besonders die Mezze (Vorspeisen) gibt es in den verschiedensten Varianten: Taameyas (aus Puffbohnen), Foul (Bohneneintopf), Hummus (Kichererbsenpüree), Baba Ghanouj (Auberginenpüree) oder Gebna Domiati (gesalzener Käse) mit Tomaten sind die bekanntesten. Selbst Fastfood hat in Ägypten Tradition. Strassenverkäufer bereiten leckere Gerichte aus Nudeln, Reis, Zwiebeln, würziger Tomatensauce und kleinen Bohnenpfannkuchen zu. In unzähligen Varianten wird das typisch orientalische Sandwich mit Fladenbrot (Baladi) zubereitet.
Transportmittel
Kairo verfügt über einen recht modernen Bahnhof, von welchem beispielsweise Alexandria und Luxor bequem erreicht werden können. Zudem erleichtert die Métro, bestehend aus einer roten und grünen Linie, die Fortbewegung in dieser Millionenstadt. Eine dritte Linie ist derzeit im Bau. Die lokalen Busse und das Tram sind oftmals überfüllt und nicht allzu sauber. Die schwarz-weissen Taxis sind günstig, die Preise müssen immer im Voraus festgelegt werden.
Reiseleitung
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Gut zu wissen
Ab Kairo bieten sich diverse Ausflüge unterschiedlicher Dauer an. An erster Stelle stehen natürlich die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx, eines der noch erhaltenen sieben Weltwunder.
Memphis gilt als Ägyptens umfangreichstes «Freilichtmuseum». Beeindruckend sind die Stufenpyramide von Sakkara, die Alabastersphinx in Memphis sowie die liegende Kolossalstatue von Ramses II. Auch bei Dunkelheit ist Kairo faszinierend, beispielsweise bei einem unvergesslichen Nachtessen auf einem Nilschiff.
Klima in Kairo
In Kairo herrscht das ganze Jahr über mildes Klima. Von November bis März ist ab und zu auch mal ein Regentag einzuplanen. Die Sommer sind generell sehr heiss mit relativ geringer Luftfeuchtigkeit.
| Klimatabelle | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tagestemperatur in °C | 20 | 22 | 25 | 29 | 33 | 35 | 36 | 35 | 33 | 31 | 26 | 21 |
| Sonnenscheinstunden pro Tag | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 12 | 12 | 11 | 10 | 8 | 7 |
| Regentage pro Monat | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
