Die Inseln des «Grupo Central» umfassen Tercira, Graciosa, Sao Jorge, Pico und Faial.
Terceira
«Die Dritte» heisst die Insel, weil sie als dritte der Azoren-Gruppe entdeckt wurde. Angra de Heroísmo gilt mit ihren prachtvollen Palästen und Kirchen und den gemütlichen Cafés als die schönste Inselhauptstadt der Azoren: Zwar wurde sie 1980 durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört, danach aber so originalgetreu wieder aufgebaut, dass sie 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Stadt ist ein Paradebeispiel für die Baukunst der Renaissance.
Land und Leute
Rund um die Insel bricht das Land steil zum Meer hin ab. Die Küste selbst ist daher rau und nur schwer zugänglich. Durch das Inselinnere führen nur wenige Wege und der ländliche Teil ist noch immer von der Landwirtschaft geprägt. Oberhalb 400 m findet man fast nur noch Viehweiden. Hier haben die Rinder das Sagen. Rund 50 000 Rinder liefern frische Milch und gutes Fleisch. Daneben züchtet man auf eigens abgesteckten Weiden auch die Stiere der Touradas. Ein Grossteil der Insel wurde für die Landwirtschaft früh gerodet. Nur noch im Westen findet man ein grösseres zusammenhängendes Waldstück.
Essen und Trinken
Zu den regionalen Spezialitäten zählt hier unter anderem Caldeirada ein mit Kartoffeln und Gemüse zubereiteter Fisch- oder Fleischtopf. Zu den traditionellen Gerichten der Azoren und speziell auf Terceira gehören die «Sopa do Espertio Santo» sowie «Coelho do molho de vilhao» ein Hasengericht. Wie auf den anderen Inseln des azorianischen Archipels sind auch hier Meeresfrüchte und Fisch meist fangfrisch und werden abwechslungsreich zubereitet. Typisch für Terceira sind zudem Süssspeisen und handgemachter Käse hat auch auf Terceira eine lange Tradition und ist oft von hoher Qualität. Der Wein Terceiras stammt hauptsächlich aus Biscoitos.
Sport und Freizeit
Die Insel hat neben Angra do Heroísmo einiges zu bieten: Die unzähligen farbenfrohen Heiliggeisttempel, die hübsche Hafenstadt Praia da Vitória oder Algar do Carvão, die Tropfsteinhöhle, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Für Aktivurlauber steht die komplette Palette zur Auswahl: Surfen, Wasserski, Hochseefischen, Reiten, Paragliding, Wandern, Golf und mehr. Baden können Sie entlang der Küste an zahlreichen Felsstränden.
São Jorge und Graciosa
Von oben betrachtet gleicht São Jorge einer Stecknadel knapp 55 Kilometer lang und nur rund 7 Kilometer breit. Abgesehen von der Form, prägt vor allem der massive Bergrücken, der sich über das Eiland zieht und eine Höhe von über 1000 m erreicht, das Bild der Insel. Dadurch ergibt sich eine Vielzahl an Möglichkeiten für Wanderer, die ursprüngliche Natur zu erkunden.
Graciosa die Anmutige ist mit 8 auf 12 Kilometern die kleinste Insel der zentralen Azoren. Hier läuft die Zeit noch langsamer als anderswo, Hektik oder gar Stress sind Fremdwörter. Leuchtend rot machen die Kuppeln der Windmühlen, der Wahrzeichen von Graciosa, schon von weitem auf sich aufmerksam.
Land und Leute
Bekannt ist São Jorge für die hier noch von Hand gewebten Teppiche und den Käse. Das Hochland ist durchzogen von einer Reihe von Vulkankegeln. Vieh- und Milchwirtschaft sind auch der Haupterwerb vieler Familien und die Milch der Kühe wird direkt vor Ort verarbeitet. Überall stehen Milchkannen vor den Türen und ein wichtiges Transportmittel ist auch heute noch das Maultier. Graciosa unterscheidet sich insofern von den anderen Azoren-Inseln, dass sie auch im Binnenland besiedelt ist. Der Boden ist fruchtbar und bis heute lebt die Bevölkerung von der Land- und Milchwirtschaft sowie der Rinderzucht. Auf Graciosa nimmt das Leben noch seinen gemütlichen Gang; wer kein Auto hat, nimmt Pferd oder Esel.
Essen und Trinken
Aufgrund der Rinderzucht auf Graciosa sind die deftigen Rindfleischeintöpfe sehr schmackhaft. Dazu serviert wird, was der eigene Garten an Gemüse hergibt. Die lokalen Weine «Terra do Conde» und «Aguardente» sind sehr beliebt und in den meisten Restaurants zu bekommen.
Sport und Freizeit
São Jorge ist gemacht für Wanderer. Die ursprüngliche Landschaft und die herrlichen Aussichtspunkte bieten zahlreiche Foto motive. Alte Pfade führen oberhalb der Steilküste von Faja zu Faja und bieten für jede Kondition etwas. Die kleine Insel Graciosa lässt sich bequem zu Fuss entdecken mehr als 398 Höhenmeter gibt es nicht. Pferde und Esel sind wichtige Transportmittel und in der Hauptstadt Santa Cruz de Graciosa haben die Kühe eigene Verkehrsschilder.
Tipps vom Spezialisten
Graciosa
- Besichtigen Sie die alte Pfarrkirche von Santa Cruz. Die Tafelbilder zählen zu den Schätzen portugiesischer Malerei aus dem 16. Jahrhundert.
- Besuchen Sie die «Schwefelhöhle» mit ihrem unterirdischen See.
São Jorge
- Der beste Käse der Azoren wird auf São Jorge hergestellt. Es handelt sich um einen handgeschöpften Käse aus Kuhmilch, welcher von kleinen ortsansässsigen Unternehmen biologisch hergestellt wird. Daduch behält er das natürliche Aroma.
Faial
Die unendlich blühenden Hortensien haben Faial den Beinamen «Ilha Azul» eingetragen: die blaue Insel. Der Hafen von Horta ist ein Muss für alle Atlantiküberquerer. Hier rasten jährlich annähernd 2000 Segler und Kreuzfahrer im Jachthafen und verleihen damit der Insel ein internationales Flair. Die Insel als Ganzes erhielt ihr heutiges Gesicht durch das Feuer: Vulkanismus ist allgegenwärtig. Eine grosse Caldeira beherrscht die Mitte der Insel, ein 1959 ausgebrochener submariner Vulkan vergrösserte Faial um 2 km² und herrliche Naturschwimmbecken aus pechschwarzem Lava laden zum Baden ein.
Land und Leute
Die Hauptstadt Horta ist ein charmanter Ort mit Geschichte, der auch heute architektonisch mit seinen herrschaftlichen Gebäuden viel zu bieten hat und zu Recht zu den schönsten Städtchen der Azoren zählt. Im Hafen, dem Ankerpunkt der Weltenbummler, trifft man daher auf Leute aus aller Welt und das schon seit Jahrhunderten. Das bunte Leben prägt die ganze Insel.
Essen und Trinken
Wie fast überall auf den Azoren kommen auch in Faial häufig Eintopfgerichte aus Fleisch und Gemüse auf den Tisch. Durch das internationale Flair in Horta gibt es auch einige Restaurants mit internationaler Küche. Versuchen sollten Sie aber auf jeden Fall einen der leckeren Mandelkuchen. Wenn man in Horta abends essen gehen will, sollte man vorher reservieren, dann bekommt man auch sicher einen Platz im gewünschten Lokal.
Sport und Freizeit
Im berühmten «Peters Café» lässt sich, beim einem Gin&Tonic, wettergegerbten Seebären und erprobten Weltumseglern zuhören. Von Horta aus lassen sich Wal- und Delfinbeobachtungstouren buchen. Die ca. 4-stündigen Ausflüge finden bis zweimal täglich statt. Anfang August, in der «Semana do Mar», ist ganz Faial auf den Beinen: mit Sportveranstaltungen im Hafenbecken, Kunstgewerbe, Musik und Verkaufsständen feiert man den berühmten Hafen.
Pico
Mit 2351 m ü. M. ist der Vulkan Pico, Namensgeber der Insel, die höchste Erhebung in Portugal und eine Herausforderung für alle, die hoch hinaus wollen, denn ab und zu versteckt er sich hinter einem dichten Wolkenband und im Winter hat er eine schneeweisse Mütze auf. Mit über 100 Vulkanen wird Pico auch die «Ilha Montanha» oder «Ilha Negra» genannt und ist bekannt für seinen Wein, sein tiefschwarzes Gestein und seine Wale.
Land und Leute
Das Hochland ist kaum nutzbar und hier hat sich der ursprüngliche Lorbeerwald erhalten. Die Küste dagegen ist relativ flach, dafür schroff und geprägt von schwarzen Lavamassen mit bizarren Formen und scharfen Kanten. Rund um die Insel liegen reizende Ortschaften, die alle einen eigenen Hafen haben oder Meerzugang; Orte im Inselinnern sucht man vergeblich.
Essen und Trinken
In Norden und im Westen wird Wein angepflanzt. Neben dem schweren Rotwein wird auch der teure Verdelho produziert. Das ursprüngliche Weingebiet ist von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet worden. Im schwierigen Gelände ist kein Maschineneinsatz möglich und die Weinbauern sind gefordert; es ist alles Handarbeit. Der Wein wird oft noch vor Ort gekeltert. Es werden auch süffige Schnäpse aus Feigen, Pflaumen und Brombeeren gebrannt.
Sport und Freizeit
Die Landschaft kann sich sehen lassen: Entdecken Sie kleine Kraterseen im Hochland, längst erkaltete Lavaströme oder hübsche Dörfer inmitten von Weinreben und aturschwimmbecken, in denen Sie sich erfrischen können. Wale spielen hier eine wichtige Rolle: Noch bis 1983 wurde der riesige Meeressäuger mit einfachsten Mitteln gejagt. Heute können Sie die faszinierenden Tiere auf einem Bootsausflug beobachten.
Tipps vom Spezialisten
Faial
- Schlendern Sie in Horta der buntesten Hafenmauer der Welt entlang. Alle Segler haben ihren Aufenthalt farbenfroh festgehalten.
- Ein Ausflug zum «Vulcão dos Capelinhos» ist ein «Must»: Durch einen submarinen Vulkanausbruch vergrösserte sich vor 50 Jahren die Insel um 2km2. Diese «Mondlandschaft» ist ein wahrer Kontrast zur sonst grünen Insel.
Pico
- Eine Whale-Watching-Tour ab Madalena darf bei keinem Pico-Programm fehlen.
- Degustieren Sie vom berühmten «Verdelho»-Wein aus Pico. Früher wurden damit Könige und Zaren in ganz Europa beliefer
