Wandern ist auf Madeira die traditionellste und zugleich auch meistgefragteste Outdoor-Aktivität. Entlang der ca. 1'400 km Levadas, einem raffinierten Bewässerungssystem, das kreuz und quer die Insel durchzieht, lassen sich atemberaubende Landschaften entdecken.
Wanderparadies Madeira
Levadas: künstliche Wasserläufe
Levadas sind künstliche Wasserläufe, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren, felsigen Gebieten im Norden und Zentrum der Insel zu den fruchtbaren, landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Da dabei teilweise weite Strecken überwunden werden müssen, verlaufen viele Levadas mit nur sehr geringem Gefälle. Dafür überwinden sie Täler und Berge, durchqueren Tunnels, kreuzen natürliche Wasserläufe und führen sogar über Brücken.
Touristische Nutzung
Ausser zum Transport von Wasser werden die Levadas heute vor allem touristisch genutzt. Auf den neben den Kanalrinnen angelegten Wartungswegen lässt sich Madeira ohne viele Höhenmeter bequem bis in die entlegensten Winkel entdecken. Levadawanderungen führen durch mit Zuckerrohr, Bananen und Weinreben bestelltes fruchtbares Kulturland und vorbei an kunstvoll modellierten Terrassen, die an Bali oder die Philippinen erinnern. Rauschende Wasserfälle und Schluchten liegen ebenso im Weg wie schroff abfallende Kliffs und sumpfige Hochmoore.
Geschichte der Levadas
Die ersten Bewässerungskanäle wurden bereits 1461 angelegt, nur 40 Jahre nach der Besiedelung der Insel. Zwei Männer - die «hereus» - wurden vom Königshof mit der Verteilung des Wassers beauftragt. Schon bald wurde ein Gesetz erlassen, wonach kein Landeigentümer den Bau, die Instandsetzung oder die Nutzung von Levadas behindern durfte. Ab 1650 wurde für den rasch steigenden Verbrauch, vor allem für den Zuckerrohranbau und die Wassermühlen, immer grössere und breitere Kanäle angelegt. In schwindelerregender Höhe mussten Sklaven die halsbrecherischen Arbeiten verrichten. Das Geschick der Mauren, die über grosse Erfahrungen in der Bewässerungstechnick verfügten, hat Entscheidendes zur Entwicklung der Wasserläufe beigetragen. Die jüngste und modernste Levada, die «Levada dos Tornos», wurde 1966 in Betrieb genommen. In sie ist sogar ein Elektrizitätswerk eingebunden.
Verschiedene Schwierigkeitsgrade
Die meisten Touren folgen deutlichen Wegen. Auf wegloses Terrain, Kletterpassagen oder Wegstücke, die Schwindelfreiheit erfordern, wird hingewiesen. In Höhenlagen oberhalb von 500 Metern können plötzlich aufziehende Wolken und Regen die Wege rutschig oder sogar kurzfristig unpassierbar machen.
Bergwanderungen
Als Vulkaninsel ist Madeira auch ein hervorragendes Revier für Bergwanderer. Das fast 1'900 Meter hohe Zentralmassiv hält Routen für alle ansprüche bereit. Als Königstour gilt die Drei-Gipfel-Tour vom Arieiro über den Torres hinauf zum Pico Ruivo. Neben verschwiegenen Hirtenpfaden und abenteuerlichen Küstensteigen gibt es noch so genannte «veradas», alte Dorfverbindungswege, die über Berg und Tal bis vor wenigen Jahrzehnten den einzigen Zugang in abgeschiedene Ortschaften darstellten.
Wanderausflüge auf Madeira
Wandern Sie gerne und möchten Sie die Berge, Täler und Levadas auf Schusters Rappen erkunden? Dann stellen Sie sich aus unseren Vorschlägen Ihr Programm zusammen. Begleitet werden die Touren von fachkundigen, Englisch sprechenden Bergführern. Nehmen Sie gutes, festes Schuhwerk, eine Regenjacke und genügend Trinkwasser mit. Die Wanderungen können wegen schlechten Wetters geändert oder annulliert werden.
Dienstag: Queimadas - Caldeirao Verde
Üppiger Lorbeerwald säumt den Weg. Ziel dieser Wanderung ist der schattige, dicht mit Farnen bewachsene Felskessel mit dem Wasserfall Green Cauldron.
- Dauer: 4.5 Stunden
- Distanz: 13 km
- Schwierigkeitsgrad: Mittel
Donnerstag / Samstag: Rabaçal
Eine wunderschöne Wanderung über zwei Levadas mit üppiger Vegetation und Wasserfällen. Während der Wanderung bieten sich immer wieder grandiose Einblicke ins Tal.
- Dauer: 3.5 Stunden
- Distanz: 11 km
- Schwierigkeitsgrad: Mittel
Freitag: Die grossen Parks
Eine der interessantesten Wandertouren auf der Insel. Die Wanderung führt auf den 1810 m hohen Pico Arieiro und anschliessend auf den 1862 m hohen Pico Ruvio und begeistert mit einem wunderschönem Bergpanorama.
- Dauer: 4 Stunden
- Distanz: 12 km
- Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll
Sonntag: Ländliche Geheimnisse
Gemütliche Wanderung durch kultivierte Terrassenfelder. Vom Eagle Rock haben Sie einen faszinierenden Ausblick über den Atlantischen Ozean geniessen. Zum Schluss haben Sie die Möglichkeit, ein Glas Wein einer lokalen Sorte zu probieren.
- Dauer: 2 Stunden
- Distanz: 6 km
- Schwierigkeitsgrad: Leicht
