Zahlreiche vom Meer überflutete Flusstäler, die Rías, wildromantische Küsten wie die «Costa de la Muerte», sattgrüne Wiesen und Weiden, Kiefer- und Eukalyptuswälder prägen das Aussehen dieser einzigartigen Region in der nordwestlichen Festlandecke.
Sie hat eine reiche geschichtliche Vergangenheit und eine eigene, dem Portugiesischen ähnliche Sprache. Noch heute lebendiges Brauchtum erinnert an das keltische Erbe: An Volksfesten wird gemütvoll Dudelsack geblasen, und die Männer messen sich bei Wurfspielen und Seilziehen. Von der Küche des Landstrichs nicht zu schweigen: Dem gastronomisch Interessierten bietet sich eine beinahe paradiesische Auswahl an Meeresfrüchten und Jagdgerichten!
Galicien - wildromantische Küsten
A Coruña
A Coruña hat die Anziehungskraft einer Hafenstadt. Weit herum bekanntes Wahrzeichen sind die im Licht blendenden Glasgalerien am Hafenbecken, welche ihr den Beinamen «Kristallstadt»eingetragen haben. Eine Attraktion für den Besucher ist die Altstadt mit den kleinen Plätzen, dem friedvollen San Carlos-Garten und den zahlreichen romanischen Kirchen. Sehenswert sind auch das Aquarium Finisterrae (u.a. Rochen, Haie) und die Casa de la Ciencias (Welt der Technologie).
Baiona
Das Bild des Küstenortes an der äusseren Mündung der Ría de Vigo wird von der vorgelagerten Halbinsel (Monte Real), die seit dem 2. Jh v. Chr. mit einem Festungswall versehen ist, beherrscht. Kelten, Römer, Westgoten, Araber und Portugiesen schrieben in Baiona Geschichte, und ausserdem erfuhren die Einwohner als erste von der Kunde der Neuen Welt, denn
hier legte die arg mitgenommene Karavelle «Pinta» des Kolumbus zuerst an. Heute ist Baiona ein sympathischer Sommerkurort mit touristischem Gepräge, und es lassen sich einige Sandstrände an der Küste zwischen Baiona und Vigo finden.
Cambados
Cambados (12500 Einwohner) liegt an den Rías Bajas und gilt als Mittelpunkt der Region des Albariños, einer der besten Weissweine Spaniens. Der köstliche Tropfen passt ausgezeichnet zur maritimen Küche. Villen, Plazas, schöne Gassen, Weinhandlungen, Terrassencafés und unzählige grössere und kleinere Pazos (galicische Form des Herrenhauses) verleihen dem Küstenstädtchen einen noblen Charme. Das Nachtleben beschränkt sich aufs Wochenende. Da Cambados über keine eigenen Strände verfügt, ist der Tourismus überschaubar geblieben.
O Grove
Begünstigt durch das milde Klima sind Ferienaufenthalte an den südlichen Küsten (Rías Bajas) das Richtige. Kombinieren Sie Ihre Erholungsferien an der Ría de Arousa mit Baden am Pool oder im Meer und erlebnisreichen Ausflügen den Küsten entlang, ins Hinterland oder in historisch interessante Städte wie Santiago, Cambados oder Pontevedra. Oder Sie überqueren mit der Fähre die Ría de Arousa, von O Grove nach Ribeira. O Grove, ein lebhafter, noch wenig touristischer Fischerort, liegt auf einer Halbinsel.
Pontevedra
An der inneren Seite der gleichnamigen Ría gelegen, ist Pontevedra bekannt für ihre schöne, für die nordwestliche Ecke Spaniens typische Altstadt, mit Arkaden, Steinmauern und einer verwirrenden Dächerlandschaft. Mittelpunkt bildet der «La Leña»-Platz. Von hier aus führen verschiedene Gassen mit eindrücklichen Häuserkulissen zum Platz mit der Kirche «La Peregrina » und zum Platz «El Teucro». Pontevedra ist auch Ausgangspunkt für Ausflüge entlang landschaftlich schöner Strecken rund um die südliche Halbinsel von Morrazo oder in Richtung Sanxenxo, einem Sommerkurort an der äussern Ría von Pontevedra.
Santiago de Compostela
Das Grab des Apostels Jakobus machte Santiago schon früh zum begehrten Reiseziel. Aus dem ganzen Abendland bewegten sich seit dem 9. Jahrhundert endlose Pilgerzüge zu dieser Stadt am äussersten Zipfel Europas. Den Besucher überrascht eine faszinierende Altstadt mit gemütlichen Arkadengängen. Das Barockzeitalter hinterliess hier geradezu grandiose Spuren, so die prächtige Fassade der Kathedrale. An der Plaza del Obradoiro steht auch das «älteste» Hotel der Welt, das Anfang des 16. Jahrhunderts als Hospiz zur Aufnahme pflegebedürftiger Pilger erbaut wurde und heute als Parador von auserlesenstem Luxus betrieben wird. Santiagos architektonisches Erbe ist einfach überwältigend! Ein nächtlicher Spaziergang durch das Gassenlabyrinth lässt einen Hauch des fernen Mittelalters aufkommen. Einladende Gaststätten holen einen dann wieder in die Gegenwart und unter die herzliche Bevölkerung zurück.
| Klimatabelle | Jan. | Feb. | März | Apr. | Mai | Jun. | Jul. | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tagestemperatur in °C | 12 | 13 | 16 | 17 | 20 | 23 | 25 | 25 | 24 | 20 | 16 | 13 |
| Nachttemperatur in °C | 2 | 4 | 6 | 8 | 10 | 13 | 15 | 14 | 14 | 11 | 8 | 4 |
| Wassertemperatur in °C | 12 | 12 | 12 | 12 | 14 | 16 | 19 | 20 | 19 | 17 | 15 | 13 |
| Sonnenstunden pro Tag | 3 | 4 | 5 | 6 | 6 | 6 | 6 | 7 | 5 | 5 | 3 | 2 |
| Regentage pro Monat | 12 | 11 | 10 | 11 | 10 | 9 | 8 | 8 | 9 | 11 | 13 | 14 |
Tipps vom Spezialisten
Nogueira de Ramuín
Die Schlucht des Río Sil wird wegen der vielen überwiegend romanischen Klöster auch «Ribeira Sacra» (Heilige Ufer) genannt. Ein Grund dafür war sicher die Fruchtbarkeit des Gebietes, die sich als ideal für den Weinbau erwies. Mehrere hundert Meter tief ist das breite Tal, das sich der Río Sil in Jahrmillionen gegraben hat. Ein Schiffsausflug (nur Sommerbetrieb) in dieser faszinierenden Landschaft ist sicher ein Höhepunkt einer Galicien-Reise (Infos unter www.riosil.com). Über der Schlucht, bei Nogueira de Ramuín (Luintra), liegt das ehemalige Kloster «Santo Estevo de Ríbas de Sil», das 2004 in einen prächtigen Parador umgewandelt wurde.
